Mit dem Baum auf Du und Du

Es ist wichtig, die harmonische Gestalt, die ein Baum in seiner Gesamtheit ausstrahlt, nicht zu zerstören. So kann er in Frieden leben und würdevoll alt werden. Wer von uns möchte das nicht? Die meisten Bäume, denen wir begegnen, könnten mindestens unsere Urgroßväter sein. Ich glaube, dessen sind wir uns oftmals gar nicht bewusst. Wer von uns hat schon so viel Zeit?

Dort, wo sie einst keimten, müssen sie ein Leben lang verharren; 100, 500 oder sogar 1000 Jahre. Ohne Urlaub, ohne Supermarkt, aber mit Umweltbedingungen, die sich durch uns zunehmend verschlechtern.

 

               (Baumschadensbericht 2007: 2/3 aller Bäume in Deutschland sind sichtbar geschädigt.)

 

Der "oberirdische" und der "unterirdische" Baum stehen zueinander in einem empfindlichen Gleichgewicht. Die Wurzeln und die Krone müssen gut zusammen spielen können. Beide müssen vital sein, denn sie sind beide für die Nahrungsaufnahme zuständig. Diese Aktivität muss dem Baum - durch ein möglichst natürliches Umfeld - auf Dauer gewährt sein.

Nur ein vitaler Baum ist ein gesunder Baum. Je menschlicher der Standort, desto schwieriger ist es für den Baum: Feinstaub, Wassermangel, Bodenverdichtung, Kappung, Luftverschmutzung usw. All das verursacht Stress, der den Baum schädigt. Und Stress addiert sich nicht, sondern er potenziert sich. Dadurch kann ein Baum bereits in jungen Jahren Vergreisungserscheinungen aufweisen. Ein Anzeichen für den falschen Standort oder wie ich gerne sagen würde:

 

                                                          Zu viel "Mensch" an diesem Ort.

 

Bäume sind nicht so egoistisch wie wir. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund und sterben deshalb eher unauffällig. Ein Grund mehr für uns, die Sinne offener zu halten. Oder etwa nicht?

Wie wir alle wissen sollten, spenden uns Bäume den lebenswichtigen Sauerstoff. Es hätte fatale Folgen, würde er uns ausgehen. Wir sind den Bäumen etwas schuldig. Ihr Leben ist nicht weniger als unseres. Im Gegenteil.

Sie geben uns nicht nur den Sauerstoff zum Atmen, sondern sie reinigen auch die Luft, die wir verschmutzen. Sie verhindern Bodenerosion, sie filtern und speichern Wasser, sie wirken ausgleichend auf die Klimaveränderung, sie binden CO2 und mindern Staub und Lärmbelastung. Sie bilden den Lebensraum Wald. Wälder haben zudem einen hohen Erholungswert für uns Menschen. Bäume sind unsere Grundlage zum Leben, ohne etwas dafür zu verlangen.
 

                                                                 - Bäume sind Freunde -

 

Und um dies zu betonen, möchte ich mit meiner Arbeit auf die Einzigartigkeit und die Schönheit dieser Wesen im Leben (Baum) und im Tode (Holz) aufmerksam machen. So will ich ihnen Beachtung schenken und Respekt erweisen.

Durch die Hingabe an die Natur möchte ich ihr Wesen ergründen und zum Ausdruck bringen. Wichtig bei dieser "meditativen" Arbeit ist die Erfahrung des "Seins im Tun" mit Hilfe der leitenden Stimme des inneren Selbst. Respektvoll vor der Lebenskraft, die alle Dinge durchströmt. Suchend nach Zusammenhang und Einsicht. 

Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der so viel Friedlichkeit, Erfahrung, Wissen und Ruhe ausstrahlt wie ein alter Baum.

 

                                                                                                                                 Euer Michael Schütt



www.baumpflege-holzkunst.de